10. Mai 2019 – Calgary-Nanton

Bei diesem Bericht muss ich am Vorabend anfangen. Ich sass gemütlich in meinem kleinen aber feinen Zimmer auf meinem Bett, guckte am TV National Hockey League und schrieb an meinem Bericht. Da klopfte es an meiner Türe. Ich rief „come in“ und da stand Lenny, der Mann von Darlene vor der Türe. Er fragte mich, ob er mir ein Lunchpaket für den folgenden Tag machen könne und was ich denn gerne drin hätte. Zum Beispiel ein Sandwich? Ich teilte ihm dann mit, dass ich jeweils nur Bananen, Riegel und Wasser mitnähme. Für ihn war das OK und er teilte mir mit, dass er etwas vorbereiten würde. Heute Morgen fand ich dann einen Plastiksack mit etwa sieben Bananen sowie zwei Schachteln Riegel mit ein paar netten Worten auf dem Esszimmertisch. So nett von den Zweien! Ich erklärte ihnen später, dass ich die Riegel gerne mitnehmen würde, jedoch die Bananen einfach zu viel seien, weil ich ja mit dem Fahrrad unterwegs sei und nicht mit einem Auto.

Als ich heute Morgen das erste Mal erwachte (ca. 05:50 Uhr) regnete es. Darum hiess es für mich schnell wieder die Augen schliessen und weiterschlafen. Ich träumte dann, ich sei auf meiner Reise und fahre durch Einsiedeln. Dort hatte die Felge des Anhängers im Traum einen Bruch und ich musste die Reise abbrechen, da ich keine solche Felge bekam. Aber das war ja nur ein böser Traum und so erwachte ich wieder um 8 Uhr. Mein erster Blick ging zum Fenster und nach draussen. Jupiiiee, es regnete nicht mehr!

So lief ich in die Stube und fand dann eben den gemäss erstem Abschnitt beschriebenen Lunchsack vor. Nach einem Kaffee und einer Banane ging es dann ans packen. Meine Gasteltern waren inzwischen auf den Beinen und nach einem kurzen Schwatz ging es an die Verabschiedung. Darlene wollte mich unbedingt drücken und dann natürlich noch ein Foto von mir machen. Diese Gastfreundschaft von den Zweien und ihre Herzlichkeit tat so gut, es war einfach wunderschön! Genau solche Erlebnisse machen eine Reise aus!

Darlene und Lenny, zwei so liebe Menschen!

Aufgrund der Temperaturen und weil ich mit baldigem Regen rechnete, fuhr mit der Regenkleidung los. So wie ich in Calgary einfuhr, so fuhr ich auch wieder raus, nämlich auf wunderschönen Radwegen. Das haben die Planer hier in dieser Grossstadt wirklich gut gemacht! Irgendwo in der Agglomeration von Calgary traf ich dann auf den Vogel gemäss nachfolgendem Bild. Ich habe zuerst nicht gewusst, was das für ein Tier ist und war erstaunt darüber. Einen Pelikan hätte ich hier nicht erwartet.

Nashornpelikan
Ausfahrt aus der Grossstadt auf wunderschönen Velowegen

Nach der Ausfahrt aus der Stadt fuhr ich dann in etwa das, was mich die nächsten hunderten von Kilometern erwarten wird: Unendliche Weiten, teilweise leicht hügelig, endlose Strassen, kilometerweite Sicht und teilweise fast kein Verkehr (sofern ich auf Nebenstrassen fahren kann). Heute wurde ich noch von relativ starken Nordwind begünstigt. So macht Velofahren Spass und so lässt sich auch die relativ hohe Durchschnittsgeschwindigkeit erklären. Um die Mittagszeit entledigte ich mich meiner Regenkleider. In der Hitze des Gefechtes und weil ich nicht mit Sonnenschein rechnete, habe ich an den Armen meinen ersten Sonnenbrand eingefangen. Nicht unbedingt lustig, aber nach den vielen kalten und nassen Tagen und vielen Schichten Kleider definitiv etwas Neues!

Endlose Strasse, immer gerade aus. Diese hier war etwa 15km lang
Mein Cockpit
Endlose Weiten

In Nanton (ca. 2200 Einwohner) erwartete mich ein vor reserviertes Zimmer. Also Zimmer konnte man dem eigentlich nicht sagen, denn ich hatte ein komplettes Haus zu meiner Verfügung. Ich wusch alle meine Wäsche von Hand und hängte sie auf der Terrasse auf. Mit Sonne und starkem Wind waren sie im Nu trocken.

Zeitweise hätte ich übrigens heute die ganze Welt bwz. das ganze Universum umarmen können, denn eigentlich habe ich alles, was man sich wünschen kann: Schönes Wetter, Rückenwind, liebe Mitmenschen und eine tolle Familie (Aufzählung nicht abschliessend und ohne Reihenfolge…..).

Falls jemand die Karte genauer anschaut: Ich habe versehentlich nach meiner Mittagspause in Okotoks vergessen, mein GPS-Gerät für die Aufzeichnung der Route sofort wieder einzustellen.

 

Tagesstrecke
[km]
Tageshöhe
[m]
min. Temp.
[°C]
Fahrzeit
[h]
94.30389115:15:00
Gesamtstrecke
[km]
Gesamthöhe
[m]
max. Temp.
[°C]
ø-Geschw.
[km/h]
685.3556512420.5

 

Eine Antwort auf „10. Mai 2019 – Calgary-Nanton“

  1. Lieber Urs
    Ja, dein Alltag ist wohl anstrengend, aber wunderbar. Wir freuen uns mit Dir. Wir wünschen Dir weiterhin gute Fahrt und immer genug Bananen. In Gedanken rollen wir mit Dir.
    Alles Liebe. Mami und Papi

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