11. Mai 2019 – Nanton-Fort MacLeod

Heute Morgen erwachte erstmals um ca. halb sechs Uhr, als die Sonne in mein Zimmer blinzelte. Das war mir aber definitiv noch zu früh um aufzustehen und darum drehte ich mich nochmals um. Zwei Stunden später war es aber definitiv Zeit dafür. Der Himmel war stahlblau, einen Regenschutz würde ich heute sicher nicht brauchen. Trotzdem zog ich langärmlige Kleider an. Abgesehen davon, dass es noch relativ frisch war, musste ich meine gestern verbrannte Haut schützen.

So sah es für mich den ganzen Tag aus
Eine Querstrasse ins Nirwana

Um halb neun, nach einem Tee, einer Banane und einem Riegel, schloss ich das Haus (siehe allererstes Bild) und machte mich auf die Piste. Ein Navigationsgerät brauchte es heute definitiv nicht, denn zu meinem Ziel gab es nur eine einzige Strasse und das war der Highway No. 2. Ich wusste, dass ich den ganzen Tag auf der Autobahn fahren musste! Der Verkehr war auf den ersten 30km noch relativ stark, danach nahm er aber kontinuierlich ab. Was mir gestern geholfen hatte, störte mich heute sehr stark – und das war der Wind. Der kam heute nämlich nur aus einer Richtung und das war von vorne. Wenn man so rund fünf Stunden im Sattel sitzt und einem der Wind von vorne entgegenbläst, ist das schon sehr zermürbend, körperlich aber auch geistig! Zu sehen gab es für mich den ganzen Tag nur riesige Weiten mit unendlich grossen Feldern (vermutlich Getreide) und dazwischen einmal ein paar Häuser oder Rinderherden.

„Massive Windböen“. Ja, die bekam ich deutlich zu spüren
Unendliche Weiten

Nach ziemlich genau der Hälfte meiner Tagesstrecke machte ich in Claresholm Pause und ass etwas in einem Tim Hortons. Da kommt man natürlich mit Leuten ins Gespräch, wenn auch meist nur kurz. Als ich einer Frau meine Geschichte erzählte und dabei den Wind ansprach, sagte sie nur: „Welcome in Alberta!“.

Mein Grundstück für eine Nacht

Mitte Nachmittag traf ich dann an meinem Ziel, einem Campingplatz in Fort MacLeod, ein. Hier nahm ich erst einmal ein kurzes Bad im Pool. Angeschrieben stand, dass der Pool beheizt sei. Ich hatte das Gefühl, dass dem eher nicht so gewesen sei. So blieb ich nur kurz drin. Gegen Abend kochte ich mir ein paar Hörnli.

Dafür braucht es kein Rezept!

Morgen Sonntag steht eine ziemlich lange Etappe an. Sofern  ich sie so schaffe wie geplant, wird sie über 100km lang sein. Ich plane auch morgen wieder auf einem Zeltplatz zu übernachten. Bei den Zeltplätzen ist es halt immer ein wenig unsicher, ob ich WLAN haben werde oder nicht. So kann es dann halt sein, dass ich keinen Bericht veröffentlichen kann. Selbstverständlich wird aber alles nachgeholt.

 

Tagesstrecke
[km]
Tageshöhe
[m]
min. Temp.
[°C]
Fahrzeit
[h]
80.519995:06:01
Gesamtstrecke
[km]
Gesamthöhe
[m]
max. Temp.
[°C]
ø-Geschw.
[km/h]
765.8657502617.2

 

Eine Antwort auf „11. Mai 2019 – Nanton-Fort MacLeod“

  1. Tja, der Wind, der kommt meistens aus der falschen Richtung. Ich fahre lieber drei Pässe hoch als einmal gegen den Wind. Wie gestern und heute auf dem Heimweg von Luzern nach Hochdorf. Ganz schön zermürbend. Umgekehrt gibt es kaum ein schöneres Glücksgefühl, als den Wind im Rücken zu spüren. Beziehungsweise den Wind nicht mehr zu spüren, weil er von hinten stösst und man genau so schnell fährt wie der Wind.

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