14. Juni 2019 – Kenora-Dryden

Das Wetter meint es unglaublich gut mit mir! Auch heute wurde ich von der Sonne geweckt und sie lachte mich den ganzen Tag an. Natürlich ist und war es überall dort, wo es offene Flächen gibt, also bei Seen, relativ windig.

Ich hatte es heute nicht eilig aus dem Haus zu kommen, denn die Strecke war ja relativ kurz. So schloss ich die Tür erst gegen 10:30 Uhr hinter mir ab, setzte mich ins Auto und verabschiedete mich von Kenora. Das ist ein wirklich schöner Flecken Erde!

Eagle Lake

Die Strecke ähnelte natürlich auch heute den Strecken der letzten Tage. Wald und Seen und Seen und Wald. Nichts desto trotz wurde es mir heute nicht langweilig, im Gegensatz zur Fahrt vor ein paar Tagen. Nach etwa 40km Fahrt kam dann der erste Höhepunkt des Tages. Etwa 50m vor mir rannte ein Wolf von rechts nach links über die Strasse. Dass es ein Wolf war bin ich mir sicher! Ein Hund konnte es nicht sein, denn es gab beidseitig der Strassen nur Wald. Ein Fuchs war es auch nicht, denn dafür war er definitiv zu gross und hatte die falsche Farbe. Wow, ich kann gar nicht sagen, wie glücklich mich diese Begegnung machte, auch wenn das Erlebnis nur kurz war und nicht mit der Kamera festgehalten werden konnte. Damit hatte ich definitiv nicht gerechnet!

Am Bahnübergang in Vermilion Bay war warten angesagt

In Vermilion Bay machte ich dann einen Abstecher an den Eagle Lake. Auch dieser See ist riesig! Dabei musste ich den unbewachten Bahnübergang überqueren und natürlich kam gerade in diesem Augenblick einer dieser Monsterzüge angerauscht. Nach 2-3 Minuten war dann dieser Spuk vorbei. Im gleichen Ort machte ich eine Kaffeepause in einer Bäckerei. Es ist mir schon an diversen Orten aufgefallen, dass wenn es eine Bäckerei hat, diese jeweils sehr gut besucht ist. Auch hier ist gutes Brot gefragt!

Irgendwo unterwegs

Von Vermilion Bay bis Dryden waren es dann nur noch etwa 40km. Dryden liegt am Wabigoon Lake, auch dies ein Seen mit enormen Ausmassen. Aufgrund der Adresse wusste ich ja, wo mein heutiges Airbnb lag. Es übertraf aber alle meine Vorstellungen. Direkt am See mit riesigem Grundstück wohnt Steve (61 Jahre alt) hier mit seinem Hund. Das Haus gehört noch seiner 90 jährigen Mutter. Diese lebt glaube ich auch in diesem Haus. Gesehen hatte ich sie aber nicht. Das Haus ist relativ alt und das eine oder andere sollte schon gelegentlich gemacht werden. Steve verdient sein Geld mit dem Kauf von Restaurants, welche er renoviert oder umbaut und dann wieder verkauft. Lieber segelt er aber überall auf der Welt mit seinen Booten. So ist er unter anderem auch schon gegen Russell Coutts gesegelt. Coutts war derjenige Skipper, welcher für das Syndikat der Schweizer Alinghi segelte. Steve geht es aber gemäss seinen Aussagen nicht darum möglichst Rennen zu gewinnen, sondern um den Spass. Steve ist in meinen Augen ein richtig liebenswerter Lebenskünstler. So wie es aussieht ist Steve auch ein Sammler. In meinem Zimmer gibt es alte Handys, ein uralter elektrischer Wecker und im ganzen Haus gibt es unzählige Teppiche und sehr viele Bücher.
Am späteren Abend lud mich Steve noch zu einem Bier bei sich in der Küche ein. Das war ein lustiger Abend mit ihm, er hatte so viel zu erzählen. Europa kennt er übrigens auch ein wenig, vor allem aus der Sicht des Seglers im Mittelmeer. Wenn er dann einmal in die Schweiz kommen wird (das ist sein Ziel), will er unbedingt das Matterhorn sehen.

Nachfolgender Kurzfilm wurde am Ufer des Hauses aufgenommen. Am Schluss sieht man das Haus von Steve.

Mein Zimmer für eine Nacht
Sonnenuntergang am Ufer vor dem Haus

Ich fragte Steve auch, wo ich etwas essen gehen solle. Wie auch Brenda, welche ich mit ihrem Mann im Restaurant in Kenora getroffen hatte, schickte mich Steve in das indische Restaurant in Dryden. Von aussen machte es einen sehr unscheinbaren Eindruck und auch inwendig gab es nicht viel her. Das Buffett war aber hervorragend. Natürlich hatte ich am Schluss zu viel gegessen!

Dieses schöne Blümchen fand ich im Garten vor dem Haus
Dutzende von Libellen schwirrten am Ufer herum. Sie sind sehr beliebt, weil sie die Mücken fressen. Und zudem sind sie wunderbar anzuschauen

Autostrecke: 145km
(Aufgrund eines Bedienungsfehlers wurde die Strecke ab Vermilion Bay nicht richtig aufgezeichnet)

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