16. Mai 2019 – Medicine Hat-Eagle Valley Campground

Heute wachte ich um ca. 7 Uhr auf und las mich dann kurz durch das Weltgeschehen. Ich stelle aber je länger je mehr fest, dass mich das alles nur bedingt interessiert. Danach streckte ich meine Zehen unter der Bettdecke hervor und stellte sie auf die Terrasse. Dabei musste ich feststellen, dass es noch ziemlich kühl und der Himmel total verhangen war. Aber es regnete nicht! Danach ass ich etwas, trank einen Kaffee und brachte meine Utensilien vor das Haus.

Es war ein sehr angenehmer Aufenthalt in Medicine Hat und Steve war ein angenehmer Zeitgenosse. Obwohl er diese Woche Ferien hatte, sah ich ihn fast nie, denn sein Tagesablauf sah komplett anders aus wie der meinige. Er stand jeweils erst Mitte Nachmittag auf, dafür hörte ich ihn weit nach Mitternacht teilweise noch. Aber Steve war ein glatter Kerl mit einem tollen Hund. Herausgefunden hatte ich auch noch, dass er nicht, so wie ich geschrieben hatte, der Sohn von Sherry ist. Aber eigentlich ist das gar nicht so wichtig.

Ich glaube, da ist nichts mehr zu retten….

Pünktlich um 8 Uhr startete ich heute. Nach ein paar wenigen Kilometern ass ich im Tim Hortons nochmals etwas. Danach führte der ganze Weg über den Trans Canada Highway in Richtung Osten. Der Verkehr war nicht sehr gross. Der eine oder andere Lastwagenfahrer hupte, wenn er an mir vorbei fuhr (oder teilweise sogar von der Gegenfahrbahn!) um mich zu grüssen. Als Fahrradfahrer ist man auf einer solchen Strecke ja schon ein Exot. Überhaupt sind und waren die Lastwagenfahrer sehr angenehm. Meist gingen sie sogar auf die Überholspur um an mir vorbei zu fahren. Falls sie es nicht taten, störte mich das auch nicht, denn mit ihrem Luftdruck zogen sie mich jeweils richtig vorwärts (dafür muss man aufpassen, dass man nicht im Strassengraben landet. Aber die Pannenstreifen sind ja wirklich sehr breit).

Etwa 1.5km nach dem Start knackte ich die 1000km Grenze. Das macht mich schon ziemlich stolz! Dann etwa nach 55km fuhr ich in den dritten Bundesstaat meiner Reise rein. Nach British Columbia kam Alberta und jetzt bin ich in Saskatchewan. Die Gegend heute war leicht hügelig, jedoch heute schon relativ trostlos. Habe ich wirklich die richtige Entscheidung getroffen diese Gegend zu durchfahren? Es wird sich weisen, ich muss es im wahrsten Sinne des Wortes er-fahren. Wenn nicht, werde ich die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen. Wenn man übrigens nachfolgende Bilder betrachtet, kann man vielleicht meinen Entschluss, nicht noch mehr Einsamkeit im Grassland National Park zu suchen, verstehen.

Bald sind auch solche Hügel Geschichte und es wird wirklich nur noch flach sein

Heute hatte ich eigentlich nur einen Gegner, aber der war ein ganz harter Brocken. Mein Gegner hiess „Ostwind“. Der blies extrem stark und ich glaube, ich übertreibe mit dem Wort „extrem“ nicht. Das war wirklich ein sehr harter Kampf und überhaupt nicht mehr lustig. Das erklärt auch meine lange Reisezeit und die tiefe Durchschnittsgeschwindigkeit. Ich hatte meine Reise ja extra des Windes wegen von West nach Ost geplant. Normalerweise bläst er auch in diese Richtung, aber heute hatte ich doch Ostwind gehabt. Ich habe mir sagen lassen, dass mindestens in dieser Gegend immer dann der Wind vom Osten kommt, wenn das Wetter schlecht wird. Wenn ich gerade jetzt beim schreiben dieses Beitrags nach draussen schaue (ich sitze im Restaurant des Campingplatzes), sieht das Wetter noch nicht so schlecht aus, es hat sogar blauen Himmel. Nimmt mich wunder, wie das morgen in der Früh ausschaut, denn es gibt nur noch eine Richtung für mich: Nach Osten, immer gegen Osten. Hoffentlich nicht mehr mit so viel Kampf und Krampf wie heute!

Da konnte ich wieder lachen! Ich habe alle 15 Zeltplätze für mich alleine

 

Tagesstrecke
[km]
Tageshöhe
[m]
min. Temp.
[°C]
Zeit unterwegs
[h]
91.3344077:34:55
Gesamtstrecke
[km]
Gesamthöhe
[m]
max. Temp.
[°C]
ø-Geschw. in Bewegung
[km/h]
1089.7067571913.80

 

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