17. Mai 2019 – Eagle Valley Campground-Tompkins

Letzte Nacht erwachte gegen halb zwei Uhr und hörte vereinzelte Regentropfen auf mein Zeltdach klatschen. Ansonsten bewegte sich das Zelt nicht und das hiess, dass es nicht windete. Beruhigt schlief ich also wieder ein und erwachte erst gegen 7 Uhr wieder. OK, das passt, aufstehen war angesagt! Ich packte meine ganzen Sachen relativ schnell zusammen, denn das habe ich so langsam aber sicher im Griff. Danach fuhr ich in das Empfangsgebäude rein, wo ich mich gemütlich für das Zmorge niederliess. Nur eine schwarze, langhaarige Katze strich mir um die Beine und wollte ihre Streicheleinheiten von mir abholen. Natürlich bekam sie diese auch von mir!

Aufgrund der Tatsache, dass der Himmel sehr stark verhangen und dass Regen angesagt war, machte ich mich in voller Regenmontur auf den Weg. Es war ziemlich kühl, allerdings blies der Wind Anfangs nur leicht, jedoch von vorne. Relativ bald machte ich das Bild ganz am Anfang dieses Beitrag. Es symbolisiert für mich ein wenig die Einsamkeit hier. Nach etwa 15km setzte Regen ein und der Wind wurde immer stärker, von vorne und auch von der Seite. Ich fuhr also gegen Süd-Ost-Wind an. Ungefähr beim 30. Kilometer war der Wind so stark, dass ich zweimal vom Fahrrad absteigen musste. Unmöglich so zu fahren! Zufälligerweise war ich zu diesem Zeitpunkt gerade bei einer Baustelle unmittelbar bei der Bahn. Dort standen drei Pickup’s und etliche Personen. Ich fragte dann den einen, ob ich mit ihnen mitfahren könnte wenn sie nach Osten fahren würden. Er teilte mir dann mit, dass sie erst gegen 19 Uhr fahren würden. Also war das keine Alternative für mich.

Ich wartete dort dann etwa eine Viertelstunde im Windschatten einer grossen Holzbeige. Danach fuhr ich weiter, sehr durchfroren. Ich hatte so kalt, dass ich unter meiner Regenjacke eine Vliesjacke anziehen musste. Meine Finger spürte ich schon lange nicht mehr! Ich versuchte heute übrigens einige Male Autostopp zu machen, aber mit Fahrrad und Anhänger ist man nicht wirklich attraktiv um mitgenommen zu werden. Da mir keine andere Wahl blieb, fuhr ich dann weiter, immer noch unter widrigsten Umständen.

Beim 55. Kilometer traf ich in Tompkins auf eine Tankstelle mit Shop. Ich musste unbedingt hier rein um mich aufzuwärmen. Ich war wirklich am Ende meiner Kräfte, sowohl körperlich wie auch mental. Ich wusste, dass es so nicht weitergehen würde! Drinnen kaufte ich mir einen Kaffee, einen Apfelsaft und ein Mars. Ein wenig aufgewärmt fragte ich dann die Verkäuferin, ob sie mir ein Taxi bestellen könnte, welches mich in die nächste grössere Ortschaft bringen würde. Das machte sie dann auch und eine Stunde später stand das Taxi vor der Tür. Ein älterer Herr klappte dann alle Sitze um und ich lud meine Ausrüstung ins Auto. Auf dem rund eine Stunde dauernden Weg nach Swift Current plauderte ich dann mit dem 74-jährigen Keith und erfuhr dabei so einige interessante Dinge. In Swift Current lud er mich dann bei einem Motel ab. Es steht übrigens gleich neben dem Friedhof. Das Zimmer ist sehr einfach, aber sauber. Mehr brauche ich nicht. Ich habe erst einmal für drei Nächte gebucht. Ich brauche diese Zeit unbedingt um mich zu regenerieren und auch um meine Reise neu zu planen.

Danach telefonierte ich längere Zeit mit meiner Liebsten, wobei mir immer wieder die Tränen runterliefen. Nach einer heissen und wohltuenden Dusche ging ich ins nahegelegene Restaurant und ass zu einem sehr moderaten Preis Fish and Chips mit Salat. Das war wirklich lecker!

 

Tagesstrecke
[km]
Tageshöhe
[m]
min. Temp.
[°C]
Zeit unterwegs
[h]
55.0923644:28:14
Gesamtstrecke
[km]
Gesamthöhe
[m]
max. Temp.
[°C]
ø-Geschw. in Bewegung
[km/h]
1144.7969931113.40

 

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