18. August 2019 – Bedell-Saint John

So gut schlief ich definitiv schon lange nicht mehr! Erstens war das Bett sehr bequem, zweitens stand das Haus an einem Ort fern von jeglichem Verkehr und drittens war da gar keine Strassenbeleuchtung vorhanden. Ich würde es definitiv begrüssen, wenn auch bei uns die Strassenbeleuchtung minimiert würde. Aber es gibt dazu in der Schweiz Vorschriften…..

Bei anderen Airbnb’s wurde im Inserat ein Frühstück angeboten und nicht serviert und hier war es genau umgekehrt! Ich hatte ja eine ganze Wohnung im Dachgeschoss zur Verfügung, inkl. einer Waschmaschine (ich nutzte sie aber hier nicht). So fand ich nebst einer Kaffeemaschine auch alles, was es für ein Morgenessen braucht. Wow, das war grosszügig! So konnte ich also gemütlich in der Küche sitzen und meinen Bauch vollschlagen.

So sah es heute den ganzen Tag aus. Einmal mehr, einmal weniger Wald

Gegen 11 Uhr verliess ich diesen schönen Ort. Der Himmel war heute den ganzen Tag bedeckt und teilweise regnete es auch, wenn auch nicht stark. Sehr oft hingen die Wolken auch so tief, dass es neblig war. Das gab aber eine schöne Stimmung. Mein erstes Ziel war Nackawic. Hier steht die grösste Axt der Welt. Sie wurde 1991 aufgestellt und symbolisiert die Wichtigkeit der Holzindustrie für Nackawic, aber auch für ganz New Brunswick. Wie ich ja gestern geschrieben hatte, sah ich einige Sägewerke.

Die grösste Axt der Welt ist 15m hoch. Bei so viel Wald braucht man eben eine grosse Axt….!
Ein Fluss irgendwo unterwegs. Ich weiss gar nicht, ob alle Gewässer hier einen Namen haben
Grün in grün
Nicht mehr bewohnt da baufällig. Interessant ist, dass der Rasen um das Haus gemäht ist
Ebenfalls sehr baufällig und nicht mehr bewohnt. Auch hier ist die Wiese gemäht
Teilweise (nicht sichtbar) schon eingestürzt
Wurde einmal geholzt, wächst es schnell wieder nach
Irgendwo im Nirgendwo kann auch einmal eine Kirche stehen. Ob sie noch gebraucht wird, entzieht sich meiner Kenntnis

Mein zweites Ziel war Second Falls. Wie es der Name schon sagt, gibt es dort einen Wasserfall. Der Wasserfall war dann definitiv nicht spektakulär, der Weg dorthin aber teilweise schon. Ich gab mein Ziel im GPS ein und sah, dass das Gerät nicht die Strecke auswählte, welche ich nehmen wollte. Wohlwissend, dass mich mein Gerät immer ans Ziel bringen würde, fuhr ich dann gemäss meiner Wahl. Mein Gerät meldete mir dann immer wieder „bitte drehen sie wenn möglich um“. Möglich wäre es immer gewesen, ich wollte aber nicht! Plötzlich war ich dann auf einer Schotterpiste, teilweise mit Schlaglöchern. Jetzt wusste ich, warum ich die Wendeanweisung bekommen hatte. Da war ich dann aber schon etwa 25km gemäss meiner Auswahl gefahren und umkehren wäre dann viel zu weit gewesen. Ergo fuhr ich dann etwa 30km Schotterpiste, mir machte es Spass. Mir kamen übrigens nur Pickup’s mit 4-Rad Antrieb entgegen. Vermutlich wäre ich umgekehrt, wenn es stark geregnet hätte und vermutlich hätte ich umkehren müssen, wenn Daniela dabei gewesen wäre……

Der Wasserfall in Second Falls
Unterhalb des Wasserfalls
Meine Trainings-Schotterpiste für die Zeit mit Daniela in Neufundland

Etwas nach dem Wasserfall trank ich dann gemütlich einen Kaffee. Ins Ziel ging es dann über die Autobahn. Das ist dann derjenige Teil auf der Karte, welcher nach einem starken Knick in Richtung Osten führt. Auch hier hing immer noch der Nebel in der Luft. Allerdings war ich natürlich jetzt bereits sehr nahe am Meer und zusammen mit der warmen Temperatur (~21°C) verschwand dieser natürlich nicht. Ohne Nebel hätte man das Meer sehen können. Dazu habe ich aber in den kommenden Tagen noch genügend Zeit.

Eine schöne Stimmung mit dem Nebel

Zu Saint John erzähle ich dann im nächsten Beitrag etwas. Meine Unterkunft fand ich sehr schnell. Begrüsst wurde ich durch den netten Kerl im Beitragsbild. Er heisst übrigens Vegas! Es gibt noch eine zweite, schwarze Katze, die ist aber ziemlich scheu.

Meine Host’s Lindsay und Hugh waren bei meiner Ankunft nicht zu Hause, aber sie hinterliessen Ideen, wo man essen könnte. Eine dieser Empfehlungen wählte ich dann aus. Am Tisch nebenan sass ein Ehepaar, wie sich herausstellte aus dem angrenzenden US-Bundesstaat Maine. Ich sprach sie bei passender Gelegenheit an und so ergab sich ein längeres Gespräch, vor allem mit ihm. Er erzählte mir, dass er am Herausfinden seines Stammbaums sei. Dabei entdeckte er, dass er Verwandte im Norden von New Brunswick hat, welche er bis jetzt nicht kannte. Diese sah er vor Kurzem das erste Mal, es sei sehr emotional gewesen. Gefunden hatte er diese Verwandten übrigens über Facebook.
Ich fragte ihn dann später, ob sie in Saint John übernachten würden. Darauf entgegnete er mir, dass dies nicht der Fall sei, sie würden in Moncton schlafen. Sie wären extra für dieses Nachtessen nach Saint John gefahren. Die Distanz zwischen diesen beiden Städten beträgt übrigens 150km und die Fahrdauer etwa 1.5 Stunden. Hier sind die Vorstellung von „noch schnell an ein Ort fahren“ eben schon ein wenig anders wie bei uns!

Mein hervorragendes Nachtessen: Black-Bean-Burger mit Spinat, Tomate und Guacamole sowie Reis mit Kokosnuss und Kümel

Autostrecke: 298km

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