21. August 2019 – Saint John-Digby

Letzte Nacht fand im kleinen Garten hinter dem Haus ein Kampf um Leben und Tod statt. Ich kenne nur einen Teilnehmer und das war eine Katze. Den anderen Teilnehmer kenne ich nicht, ein Vogel war es vom Geschrei her aber nicht. Das ging etwa 20 Minuten hoch zu und her, danach war Ruhe und ein Teilnehmer vermutlich nicht mehr am Leben!

Nach dem Morgenessen kehrte ich in die Unterkunft zurück, packte meine Tasche und fuhr mit dem Auto zum Fährenbahnhof. Ich war natürlich zu früh dort, aber das war mir egal, denn in einem Hafen gibt es immer etwas zu sehen! Unter anderem stand ich am Strand und beobachtete, wie die Flut kam. Das ging wirklich sehr schnell und mit sehr schnell meine ich etwa 5-7cm innerhalb von 5 Minuten!

Diese Fähre zwischen Saint Jon und Digby kann 1317 Passagiere aufnehmen
Die Fähre ist angedockt und bereit für die Beladung

Die Fähre sollte gemäss Fahrplan um 14:15 Uhr ablegen. Als wir uns vom Pier lösten, war es aber erst 14:05 Uhr. Was ist das Gegenteil von Verspätung,  Verfrühung? Die Fähre war nur minim besetzt. Die Überfahrt dauerte etwa zwei Stunden und war sehr angenehm, da die See sehr ruhig war.

Saint John
Funktionierender Leuchtturm bei Saint John
Dieses Arbeitsschiff mit seinem mächtigen Kran hat Bojen geladen, um die Fahrrinne zu markieren
Eine dieser Bojen. Wenn du genau hinschaust, sieht du etwa in der Mitte eine Glocke und aussen an der Glocke die Schlegel. Durch das Schaukeln der Boje im Wasser werden so akustische Signale ausgesendet, welche natürlich auch bei Nebel hörbar sind. Es gibt grüne und rote Bojen. Grün für Steuerbord (rechte Seite eines Schiffes) und rot für Backbord (linke Seite eines Schiffes). Das Besatzungsmitglied ganz zuoberst gehört übrigens nicht zur Standardausrüstung einer Boje!
Hier wird eine Untiefe ausgebaggert

Mit dem Erreichen von Digby traf ich auch im letzten Bundesstaat meiner Solorreise ein. Nova Scotia heisst nichts anderes wie Neuschottland. Vor allem im Osten von Nova Scotia muss man scheinbar noch auf viele alte Brauchtümer von Schottland treffen. Das werde ich dann aber auf meiner gemeinsamen Reise mit Daniela feststellen können.

Fast schon kitschig
Blau in blau
Die Einfahrt bei Digby

Ganz kurz nach der Anlegestelle in Digby trifft man auf das kleine Dorf mit etwa 2’000 Einwohnern. Mein Gästehaus fand ich darum sehr schnell und es stellte alles in den Schatten, was ich bis jetzt an Airbnb’s erlebt hatte! Kaum hatte ich mein Auto parkiert, wurde ich von Gloria und Steward begrüsst. Ich nehme an, dass Gloria um die 70 Jahre alt ist, Steward wird ein paar Jahre älter sein. Ich erhielt zuerst eine Führung durch das Haus, welches zu  einem grossen Teil noch aus dem Jahre 1870 stammt. Das Haus wird also nächstes Jahr 150 Jahre alt! Im Gegensatz zum 130 jährigen Haus auf der Gaspé-Halbinsel, ist dieses Haus aber ein einem viel besseren Zustand. Vor allem das Ess- und Wohnzimmer wurde im alten Zustand belassen, jedoch grundlegend renoviert. Sicher wurde da, nebst viel Geld, ganz viel Zeit und Herzblut investiert. Das Resultat kann sich wirklich sehen lassen! Aber schau doch nebst den Fotos einfach den Kurzfilm an.

The Boat House
Esszimmer
Vorne Esszimmer, hinten Wohnzimmer
Wenn ich im Bett liege und die Deckenbeleuchtung anschaue, sehe ich dies. Cooles Detail!

Nova Scotia besteht, nebst der Hauptinsel, aus kleineren weiteren Inseln. Entsprechend hat dieser Bundesstaat ganz viel Wasser ringsum und entsprechend ist auch das Nahrungsangebot, nämlich Seafood. Natürlich kommen auch Vegetarier und Veganer auf ihre Rechnung, keine Frage. Ich selbst konnte mit 20 Jahren zum Beispiel noch keine Crevetten essen. Seit jetzt doch schon vielen Jahren schmecken mir diese Meerestiere aber sehr. Ich ass bis jetzt aber noch nie Hummer oder Jakobsmuscheln. Heute wollte ich es wissen und da kam dieses Menü so quasi als Einstieg gerade recht:
Crêpe gefüllt mit Crevetten, Haddock (Schellfisch), lokale Jakobsmuscheln und Hummer an einer Weisswein-Crème-Sauce und überbacken mit Cheddarkäse. Zum Glück habe ich es probiert, es schmeckte ausgezeichnet!

Seafood für Anfänger

Nach meiner Rückkehr plauderte ich noch eine halbe Stunde mit Steward. Er schenkte mit auch eine detaillierte Karte von Nova Scotia und erklärte mir, was wo zu sehen sei. Das war sehr lehrreich und interessant!

Autostrecke: 12km
Fähre: 70km

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