21. Juli 2019 – Ottawa-Montreal

Die letzte Nacht war, trotz Festivitäten zwei Stockwerke unter mir, ziemlich gut. Abstriche gab es vor allem wegen der immer noch drückenden Hitze in meinem Zimmerchen. Insofern war ich froh, dass ich heute Morgen meine Dinge zusammenpacken und das Haus verlassen konnte. Kommt hinzu, dass man nach vier Tagen Ottawa gesehen hat (wenigstens ich).

Als ich im Erdgeschoss ankam sah ich, dass hier für diejenigen, welche die Party-Überreste aufzuräumen hätten, eine Menge Arbeit anstand. Aber das war ja nicht mein Problem. Ich verliess also das Haus und genehmigte mir das übliche Morgenessen, welches mir übrigens auch nach knapp hundert Tagen in Kanada immer noch mundet.

Kaum aus Ottawa draussen gibt es wieder riesige Felder, hier ein Maisfeld

Wie du der Karte entnehmen kannst, fuhr ich nicht direkt nach Montreal, denn dann wären einfach etwa 200km Autobahn angestanden. Mein erstes Etappenziel war Cornwall, nicht in England, sondern am St. Lorenz-Strom. Westlich von Cornwall bildet dieser gewaltige Strom auch die Grenze zwischen Kanada und USA, östlich davon liegt dieser Strom nur noch auf kanadischem Gebiet. Dort, wo ich die Fotos aufnahm, war der Fluss etwa 2km breit. Östlich von Québec ist er dann aber viel breiter und dort wo Daniela und ich dann auf unserer gemeinsamen Reise die Fähre nach Neufundland nehmen werden, ist der St. Lorenz-Strom gar 60km breit. Nur so als Quervergleich: Die Strecke Romanshorn-Friedrichshafen beträgt 11km!

St. Lorenz-Strom
St. Lorenz-Strom

Spannend ausser meiner Sicht war noch, wie ich an diesen wunderschönen Platz kam. Kurz vor Cornwall macht die Strasse, in Fahrtrichtung gesehen, einen markanten 90° Knick nach links. Ich wusste zum damaligen Zeitpunkt noch nicht genau, wo ich mich befand, aber ich sah etwa 100m vor diesem Knick im Hintergrund Wasser glänzen. Als ich näher kam bemerkte ich auch noch die Strasse, welche direkt an dieses Wasser führte. Aus diesem Grund liess ich mich einfach geradeaus weiterfahren (ich hatte das Lenkrad natürlich schon in der Hand, aber es zog mich einfach magisch dorthin). Welch ein tolle Entscheidung! Dort gab es nämlich einen Park mit vielen Bäumen und Bänken. Ich lief dann ganz in eine Ecke und traf dort auf einer Bank sitzend ein Ehepaar (nehme ich wenigstens an….) mit ihrem Hund. Ich kam dann mit ihnen ins Gespräch und so plauderten wir etwa eine Viertelstunde. Das war wirklich einer der schönsten Plätze seit langem! Man muss sich einfach führen lassen. Falls du nicht weisst wie das geht, man kann mich auch anstellen…….

Am Ufer des St. Lorenz-Strom’s
Der Regen kam nicht….
St. Lorenz-Strom
Schwarzer Kormoran

Ich fuhr dann, unterbrochen von einem Kaffeehalt, weiter in Richtung Ziel. Meine Strecke führte, wenn immer möglich, über Hauptstrassen und nicht über Autobahnen. Diese Gegend entlang des St. Lorenz-Stromes ist wirklich wunderschön. Darum erklärt es sich auch von selbst, dass hier das Ufer doch sehr dicht verbaut und ein Zugang ans Wasser meist unmöglich ist. Das kennen wir ja aber am Zürichsee auch nicht anders. Einmal fuhr ich auch, schon in der Nähe von Montreal, mittels einer Autobahnbrücke über den St. Lorenz-Strom. Am liebsten hätte ich am Scheitelpunkt angehalten, der Überblick war einfach gewaltig.

Die Einfahrt in die Stadt Montreal war dann nicht so toll. Überall wird gebaut und dann verfuhr ich mich trotz GPS trotzdem noch, weil ich in einer Unterführung (hier hatte das GPS keinen Empfang) eine Abzweigung verpasste. Die Hauptstrassen führen hier teilweise direkt unter den Hochhäusern durch! Gegen 16:15 Uhr kam ich dann am Ziel an. Da es in einer Grossstadt immer schwierig ist das Auto zu parkieren, buchte ich immer nur Airbnb’s mit kostenlosem Parkplatz. Hier in Montreal konnte ich das Auto in den Hinterhof stellen. Erstmals wohne ich hier in einem Mehrfamilienhaus.

Gegen 17:30 Uhr lief ich dann in Richtung St. Lorenzstrom. Ich wusste nicht genau, wo ich etwas zum Essen finden würde. Auch hier hatte ich wieder Glück, denn indem ich diese Richtung wählte, kam ich automatisch in die Rue Sainte-Catherine (hier wird übrigens französisch gesprochen, englisch verstehen sie aber auch). Diese autofreie Strasse ist DIE Strasse (nebst der Altstadt) wenn es ums Essen und Trinken geht. Die Strasse liegt auch im Schwulen- und Lesben Bezirk. Einige Bilder waren da doch sehr ungewohnt, was zwar für Aufsehen sorgte, aber trotzdem niemand kümmert (was ja auch recht so ist). Hier hat es so viele Restaurants, dass ich nicht wusste wohin. Ich traf dann eine Wahl und setzte mich in einen Stuhl im Aussenbereich. Es war sehr eng gestuhlt. Neben mir sassen zwei ältere Herren. Diese Herren sprach ich dann an und fragte sie, was man als Tourist so gesehen haben muss und wo man sonst noch gut essen würde. Sie erklärten mir dann eine ganze Menge. Wie wird’s noch besser? Als sie dann gingen sagte mir der eine mit einem Augenzwinkern, dass ich unbedingt die Toilette besuchen und den Fotoapparat mitnehmen solle. Warum würde ich dann schon sehen. Nachdem ich bezahlt hatte, machte ich dann diesen Gang auf die Toilette. Aber seht selbst (leider ist das Video durch die Anpassung der Auflösung ein wenig verzehrt)!

Autostrecke: 253km

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.