22. Juli 2019 – Montreal

Es ist eben schon ein grosser Unterschied, ob im Zimmer Temperaturen um die 30°C herrschen oder dann etwa 10°C weniger. Hier in Montreal schlief ich darum die erste Nacht wie ein Engel (was ich ja auch sonst bin….) und war heute Morgen wunderbar ausgeruht.

Saint Catherine Street
Immer mal wieder Kunst in den Strassen
Die Geschäftshäuser der Banken haben die Kirchen schon lange überflügelt. Hier steht allerdings nur noch der Kirchturm

Etwas nach 10 Uhr lief ich in die Sainte Catherine Street (dort wo ich gestern das Nachtessen eingenommen hatte) und gönnte mir mein Zmorge. Ich lief anschliessend weiter in Richtung Altstadt. Als Erstes traf ich auf die Kapelle „Notre-Dame-de-Bon-Secours“, übersetzt in etwa „Unsere liebe Frau der guten Hilfe“. Sie ist eine der ältesten Kirchen in Montreal und wurde 1771 erbaut und gehört der katholischen Kirche.

Notre-Dame-de-Bon-Secours
Im Gegensatz zur schwarzen Madonna in der Gnadenkapelle im Kloster Einsiedeln ist diese hier golden
Das Innere der Kapelle

Vor der Kirche sassen, teilweise auf den Treppenstufen oder dann in Sesseln, ältere Frauen, welche mit Bleistift und Kohle die Gebäude ringsum abzeichneten. Sie machten das wirklich gut. Ich kam dann mit einer dieser Frauen ins Gespräch, weil ich ihr ein Kompliment für die gelungene Zeichnung machte und wir plauderten dann etwa 5-10 Minuten. Das sind dann genau diejenigen Momente, welche im übertragenen Sinn das Salz in der Suppe ausmachen, wenn man alleine reist.

Die zeichnenden Damen. Mit der zweiten von links habe ich geplaudert

Anschliessend lief ich etwa 1km in süd-westlicher Richtung und traf dort auf die weltberühmte Basilika Notre-Dame. Diese neugostische katholische Kirche wurde 1829 nach fünf Jahren Bauzeit eröffnet. In diese Kirche kommt man nur hinein, wenn man ein Ticket kauft. Ich musste knapp 20 Minuten dafür anstehen, was aber bei den heute angenehmen Temperaturen von um die 23°C kein Problem war.

Das sind keine Regierungsgebäude. Im Innern sind Verkaufsläden
Blick in Richtung Notre Dame
Auf dem Weg Richtung Notre Dame
Diese drei Schönheiten wollten nicht mir sprechen, sie waren selber ins Gespräch vertieft
Ein herziges Cafe

Die Kirche wirkt für mich in sich sehr stimmig, es passt eigentlich alles zusammen. Die Architektur ist gewaltig, die Farben passen perfekt zusammen, es ist einfach sehr düster und dunkel. Und doch, oder gerade deswegen, erschlug es mich schier, denn es war so viel Schwere in diesem grossen Raum. Ich mag mich gut erinnern, dass es mir schon 2016, bei meinem ersten Besuch, so ging. Heute weiss ich allerdings damit umzugehen und doch war ich froh, wieder aus der Kirche heraus ans Tageslicht treten zu können. Auch draussen musste ich zuerst ein paar Meter von der Kirche weglaufen und die ganze Schwere abschütteln, aber dann ging es mir wieder gut. Nichts desto trotz, wenn man in Montreal ist muss man diese Kirche gesehen haben!

Basilika Notre Dame
Basilika Notre Dame
Der Hochaltar
Die reichverzierte Kanzel
Der Altar
Ein Seitenschiff mit mehreren kleinen Seitenaltären

Anschliessend lief ich dann runter zum St. Lorenz Strom. Hier hat es auf mehreren Piers und auch zwischen diesen Piers alles Mögliche zur Unterhaltung der Touristen (Restaurant, Imbissbuden, Riesenrad, Klettergarten etc.). Ich lief dann an das nördlichste Ende der Piers im alten Hafen. Dort steht der Uhrturm „Tour de l’Horloge“. Dieser 45m hohe Turm wurde 1921/22 erbaut und kann heute kostenlos über 192 Stufen bestiegen werden (jede Treppenstufe ist mit der entsprechenden Zahl gekennzeichnet!). Der Turm wurde damals zum Gedenken an die toten Seeleute aus dem ersten Weltkrieg gebaut. Im Innern sieht man das alte Uhrwerk sehr gut und von der Spitze aus hat man einen wunderbaren Rundblick.

Tour de l’Horloge
Blick Richtung Süden
Blick Richtung Norden
Mein neues Schiff! Ursprünglich wurde es 2014 für einen russischen Billionär gebaut. Ich weiss noch nicht genau, wo ich auf dem Zürichsee einen Stellplatz finde. Vielleicht kann ich vor dem neuen Grundstück von Roger Federer eine Anlegestelle mieten….

Am Abend durfte ich dann im Airbnb noch ein längeres Gespräch mit meinem Host Valérie führen. Sie ist ursprünglich Französin, lebt aber schon viele Jahre in Kanada und seit elf Jahren in Montreal. Sie lebt davon, dass sie als Lehrerin für Spanisch diverseste Privatpersonen unterrichtet.

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