23. Juli 2019 – Montreal

Heute war der 100. Tag meiner Reise quer durch Kanada! Eine Reise, welche bis jetzt so ganz anders verlief, wie ich mir das vorgestellt hatte. Eine Reise mit für mich einigen Tief’s, aber ganz vielen Hoch’s und wunderschönen Begegnungen. Eine Reise aber vor allem, auf welcher ich bis jetzt sehr viel über mich selbst lernen durfte. Es folgen jetzt noch einmal rund 50 Tage bis Daniela in Halifax eintreffen wird. Ich bin überzeugt davon, dass auf mich noch einige Hoch’s folgen werden. Ich freue mich darauf!

Heute nehme ich dich auf meine Wanderung bzw. einen Teil meiner Wanderung mit. Wo ich durch lief, kannst du auf nachfolgender Karte ersehen. Ich wohne übrigens dort, wo das rote „X“ zu sehen ist.

Die dargestellte Strecke ist rund 7km lang

So gegen 10 Uhr und nach einem längeren Telefonat mit Daniela, machte ich mich auf den Weg zum Morgenessen. Dafür musste ich schon einmal knapp 2km in süd-östlicher Richtung laufen. Das ist hier nicht eingezeichnet! Nach dieser Stärkung lief ich zum auf der Karte oben eingezeichneten Ausgangspunkt meiner Wanderung (1km). Dort erwartete mich die „Pont Jaques-Cartier“. Diese Stahlbau-Brücke wurde 1930 eröffnet. Sie verbindet Montreal und Longueuil. Wie man sehen kann, lief ich nur einen Teil der Brücke ab, nämlich bis auf die Insel „Île Sainte-Hélène“. Würde man auf der Brücke weiterlaufen, erreichte man die Insel „Île Notre Dame“. Formel 1 Freunden dürfte diese Insel bekannt sein, denn hier wird jedes Jahr auf dem „Circuit Gilles-Villeneuve“ der Grosse Preis von Kanada abgefahren.

Pont Jaques-Cartier
Der Radweg / Fussgängerweg auf der Pont Jaques-Cartier. Wie in einem Hochsicherheitstrakt! Warum ist ja klar….
Blick von der Pont Jaques-Cartier auf den Yachthafen. Gut sichtbar sind das Riesenrad sowie der Tour de l’Horloge
Pont Jaques-Cartier, aufgenommen auf der Pont de la Concorde

Ich lief also weiter bis zur „Biosphère Montreal“. Markant ist diese riesige Gitterkugel definitiv. Diese Kugel aus Stahldreiecken hat einen Durchmesser von 76m. In diesen Dreiecken gibt es keine Scheiben, die Kugel hat also nur eine optische Funktion. Das ganze Gebilde samt darin enthaltenem Gebäude wurde für die Weltaustellung 1967 als amerikanischer Pavillon gebaut. Seit 1995 ist im Gebäude das Museum für Wasser und Umwelt untergebracht. Ich besuchte das Museum jedoch nicht. Danach überlegte ich, wie ich wieder zurück auf das Festland kommen will. Mein Kopf sagte „nimm die Metro“, meine Füsse liefen aber bereits weiter. Also folgte der Kopf den Füssen, ganz einfach!

Biosphère Montreal
Blick zurück auf Montreal

Ich besuchte zuerst den Südteil der Insel und machte nachher einen Schlenker auf die „Pont de la Concorde“. Da die Brücke gerade revidiert wird, war das Verkehrsaufkommen nicht sehr gross, zum Laufen war es aber trotzdem nicht speziell schön. Dafür kam ich unmittelbar nach der Brücke an die Wohnsiedlung „Habitat 67“. Diese Siedlung für ca. 700 Personen bzw. 158 Wohneinheiten heisst so, weil sie 1967 entworfen wurde. Der Baustil heisst übrigens „Brutalismus“ (gemäss Wikipedia), gehört habe ich davon noch nie etwas.

Habitat 67, aufgenommen vom alten Hafen aus
Ein kleiner Teil von Habitat 67
Im Hafen fand ich diesen riesigen Schwimmkran. Der grosse Haken ist mit einer Nutzlast von 137.5t angeschrieben!

Am Ende der dargestellten Laufstrecke traf ich dann auf den sogenannten alten Hafen. Hier fand ich, zeitlich sehr passend und durstig, ein hübsches Gartenrestaurant, in welchem ich Gingerale trank. Dies wurde zu meinem Standard-Getränk in Kanada. Wenn es wie in diesem Restaurant mit einer Zitrone serviert wird, ist das richtig Durst löschend.

Blick auf alte Siloanlagen und Förderbänder im alten Hafen. Diese werden bewusst so stehen gelassen
Ein alter Schlepper. Gleich daneben trank ich mein Gingerale
Eine Schleuse beim alten Hafen

Inzwischen war es etwa 16 Uhr. Da ich jeweils kein Mittagessen zu mir nehme (oft eine kleine Zwischenverpflegung in Form einer Frucht, manchmal eine Glace), war es jetzt an der Zeit, nach etwas Einladendem zu suchen. Ich erinnerte mich dabei an meinen Besuch hier in Montreal im Jahre 2016. Damals war ich unter anderem im „Quartier des Spectacles“ essen gegangen. Vom alten Hafen aus sind das dann etwa 2.5km in nord-westlicher Richtung. Dort fand ich den Italiener vom letzten Besuch wieder und das Essen mundete wie beim letzten Mal hervorragend. Dort kam ich dann mit einer älteren Dame ins Gespräch. Das Gespräch war nicht weltbewegend, aber sehr angenehm. Kurz bevor ich nach Hause laufen wollte, fielen dann für etwa 3 Minuten ein paar Regentropfen. Dabei nahm ich nachfolgendes Bild auf.

Aufnahme kurz nach dem kleinen Platzregen. Mir gefällt der Farbkontrast heller Kirchturm zu dunklem Himmel gut

Wieder zu Hause (weitere 2.5km) lud ich dann nur unnötigen Ballast ab, packte meinen e-Book Reader und setzte mich für eine Stunde in den nahe gelegenen Park und genoss meine Ruhe.

Wie du siehst, kommen bei einem solchen normalen Tag doch einige Kilometer zusammen. Heute waren es ganz grob geschätzt mindestens 15km!

Morgen wird mein Bericht möglicherweise ein wenig später erscheinen. Wundere dich also nicht! Warum, wirst du dann lesen.

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