23. Mai 2019 – Winnipeg (Ruhetag)

Heute erwachte ich erst knapp vor 8 Uhr. Ich schlief wunderbar! Kurz nach dem Erwachen kam mir plötzlich in den Sinn, dass ja die Schweizer Eishockeynati gegen Kanada spielt. Da ich ja hier in Winnipeg 7 Stunden den Mitteleuropäern hinterher hinke bedeutete dies, dass der Match hier um 9 Uhr zu sehen sein musste. Dem war dann auch tatsächlich so und so schaute ich bis gegen Mittag ein überaus ausgeglichenes Spiel, leider mit dem falschen Sieger aus Schweizer Sicht.

Die Gebäude der Bank of Montreal
Das Museum für Menschenrechte vom Wasser aus gesehen

Nach dem Spiel lief ich in die Stadt. Nach einem Kaffee lief ich Richtung Red River. Ungefähr hinter dem Museum für Menschenrechte beginnt ein Weg, welcher alles dem Fluss entlang geht. Er ist wirklich schön und da das Wetter ebenfalls mitspielte, war dies ein tolles Erlebnis. Natürlich tummelten sich hier einige Leute, aber ein Bänklein um sich hinzusetzen fand sich immer wieder einmal.

Dieses Wandbild unter einer Brücke war auf der gegenüberliegenden Seite des Beitragsbildes zu sehen
Alte Konstruktion am Anfang der Eisenbahnbrücke. Ich habe keine Vorstellung, wofür das ganze eingesetzt wurde. Auf jeden Fall ist es nicht mehr in Betrieb
Detailaufnahme eines Mechanismus, welcher aus ziemlich vielen Zahnrädern besteht

Ebenfalls im Bereich hinter dem Museum führt eine Fussgänger-Hängebrücke über den Red River. Der genaue Fachausdruck dieser Brücke ist Schrägseilbrücke. Sie wurde 2003 eröffnet, der Pfeiler ist 68m hoch.
Noch eine Randbemerkung für Tobias Rhyner: Die von uns konstruierte und hergestellte Fussgänger-Brücke Maggia-Moghegno ist wesentlich eleganter….!

Die Fussgänger-Schrägseilbrücke über den Red River
Mittelpfeiler der Schrägseilbrücke

Als ich über diese Brücke lief, stiess ich auf die Kathedrale Saint Boniface. Der Ursprung dieser Kathedrale geht auf das Jahr 1818 zurück. Damals wurde eine Holzkapelle gebaut. Die steinerne Kathedrale wurde dann 1862 erbaut. 1968, also gut hundert Jahre später, wurde sie durch einen Brand komplett zerstört und darum stehen nur noch die Fassaden. Das heutige Gotteshaus stammt aus dem Jahre 1972. Hier konnte ich sogar in die Kirche hinein! Ein für mich interessantes Detail ist mir noch aufgefallen: Obwohl wir hier im Englisch sprechenden Teil von Kanada sind, waren alle Kirchengesangbücher in französischer Sprache.

Kathedrale Saint Boniface
Blick aus dem nicht mehr existierenden Kirchenschiff Richtung Eingang
Der heutige Kirchenraum

Auf dem Nachhauseweg kaufte ich noch ein paar wenige Dinge ein. Unter anderem musste ich neue Regenhandschuhe kaufen, in der Hoffnung, dass ich sie nie brauchen werde. Die alten liegen im Taxi, welches ich nach Swift Current vor knapp einer Woche benötigte. Die waren damals so nass, dass ich sie damals auf den Fussboden gelegt hatte. Möglicherweise liegen sie jetzt noch dort.

Kanadagänse sind überall zu finden
Diese junge Kanadagans ist vermutlich erst 2-3 Wochen alt. So süss!

Abends ging ich dann in Richtung Downtown etwas essen. Ich hatte keine Ahnung, wohin ich gehen sollte. Ich wusste nur, dass ich nicht in einen Schnellimbiss wollte. Schlussendlich landete ich in einem Restaurant mit hervorragenden Fish and Chips. Das ist eine Mahlzeit, welche ich immer wieder essen kann. Natürlich koche ich auch ab und zu für mich selber, so auch gestern und dann auch morgen Freitag wieder. Aber so für mich ganz alleine essen, macht mir nicht wirklich Spass. Im Restaurant esse ich auch alleine, aber es hat in der Regel noch andere Gäste und meist hübsche Bedienungen. Und das Auge isst ja mit……

Noch eine Randbemerkung: Alleine das Herumlaufen in der Stadt ergibt etwa eine Strecke von 15km. Wenn ich also auch nicht Rad fahre, eine gewisse sportliche Leistung ist das auch.

5 Antworten auf „23. Mai 2019 – Winnipeg (Ruhetag)“

  1. Sali Urs
    Ich muss vorausschicken, dass wir uns nicht persönlich kennen. Durch meine Freundin, die in Einsiedeln wohnt, bin ich auf Dein Kanada-Abenteuer aufmerksam geworden. Seither lese ich mit Interesse Deine täglichen Berichte.
    In den letzten Tagen und Wochen habe ich festgestellt, dass Du immer dann mit dem Bike unterwegs bist, wenn das Wetter schlecht ist. Scheint hingegen die Sonne vom blauen Himmel – wie gerade jetzt in Winnipeg – legst Du eine fünftägige Pause ein.
    Wäre es nicht sinnvoller, die Ruhetage flexibler zu gestalten und auf das Wetter abzustimmen?
    Das soll keine Kritik sein, nur eine Anregung.
    Weiterhin viel Elan und Freude auf Deinem Weg Richtung Osten!
    Liebe Grüsse
    Stephan

    1. Salü Stephan
      Schön dass du meine Berichte liest! Weisst du, es gibt viele Leser, welche ich nicht persönlich kenne.
      Zu deiner wettertechnischen Bemerkung: Wenn ich meine Aufenthalte vor Ort, welche ich jeweils gemacht hatte in der Rückblende betrachte, magst du schon recht haben. Da ich an solchen Orten meist in einem Airbnb wohne und diese vorreservieren muss, kann ich nur bedingt kommen und gehen wie ich will (ausser ich will mein Geld verlieren, welches ich im Voraus bezahlt habe). Dazu habe ich festgestellt, dass ich noch kein wirklich verlässliches Wetter-App gefunden habe, welches etwa eine Woche voraus schaut. Wenn du da etwas weisst, lass es mich wissen. So hoffe ich weiter auf wohlgesinnte Wettergötter!
      Lieber Gruss
      Urs

      1. Lieber Urs
        Herzlichen Dank für Deine prompte und ausführliche Antwort, die ich so natürlich akzeptiere.
        Auch auf die Gefahr hin, dass ich Dir nun allmählich auf den Geist gehe, möchte ich noch ein letztes Thema mit Dir besprechen. Nachher verhalte ich mich wieder mucksmäuschenstill, versprochen!
        Wenn man Deine Berichte zwischen den Zeilen liest, stellt man leicht fest, dass Du ein warmes, bequemes Bett dem Zelt und Schlafsack vorziehst. Ebenso geniesst Du ein feines Fish and Chips weit mehr als Nüdeli vom Gaskocher.
        Warum sich also nicht vom Anhänger mit Camping- und Kochausrüstung trennen (nach Hause schicken, vor Ort verkaufen oder verschenken)? Mehr als die Hälfte des Gewichts wäre weg, und so wäre auch lästiger Gegenwind bestimmt einfacher zu ertragen. Fakt ist, je weiter Du nach Osten kommst, desto dichter besiedelt ist Kanada. Es dürfte also kein Problem sein, ein AirBnB, Motel oder ähnliches zu finden. Denk mal darüber nach!
        Mir ginge es übrigens punkto Komfort genau gleich (bin auch Jahrgang 1959!). In unserem Alter mag man es halt etwas bequemer als noch zu Pfadzeiten……
        Also, jetzt lasse ich Dich wieder in Ruhe!
        Liebe Grüsse aus der Heimat
        Stephan

        1. Lieber Stephan
          Lass mich nicht in Ruhe, im Gegenteil! Ich bin immer dankbar für Anregungen und Inputs.
          Prinzipiell ist es schon so wie du geschrieben hast, dass ich das bequeme Bett dem Schlafsack vorziehe und mit den Nüdeli verhält es sich ähnlich. Trotzdem werde ich meinen Anhänger nicht ausmustern. Vor allem auf dem kommenden Abschnitt bis Sault Ste. Marie wird es definitiv nicht ohne meine Ausrüstung gehen. Zudem war eines meiner Ziele, aus meiner Komfortzone heraus zu kommen. Trotzdem behalte ich mir natürlich vor, immer wieder auf ein Airbnb zurück zu greifen. Aber im Zelt zu übernachten hat definitiv auch seinen Reiz (nur wenn es nicht allzu stark regnet…. ;).
          Also, löchere mich weiterhin, denn ich kann nur profitieren!
          Herzlichen Dank und lieber Gruss
          Urs

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