26. Mai 2019 – Winnipeg-Cripple Creek Campground

Diesen Sonntag erwachte ich früh, aber das passte einwandfrei, denn so konnte ich vor meiner Abreise per Telefon Nicole mit Familie und Daniela bei meinen Eltern in Einsiedeln erwischen. Natürlich ging da die Post ab, denn bei den drei Enkelkindern muss etwas laufen. So musste vor allem der Urgrossvater dran glauben.

Als ich dann aus dem Fenster schaute, hätte ich am Liebsten wieder meine Augen geschlossen und weiter geschlafen. Es war nass draussen und es nieselte. Mein Wetterapp hatte schönes Wetter voraus gesagt. Möglicherweise habe ich eine Schönwetterapp runtergeladen….

Irgendwann stand ich dann doch auf und machte mich reisefertig. Es war ziemlich kühl und so zog ich, trotz inzwischen trockenem Wetter, meine Regenkleider an. Ich behielt sie übrigens den ganzen Tag an.

Aus der Stadt herausfahren machte Spass. Wie jedes Mal wurde ich durch meine Navigationssoftware Komoot durch teilweise recht hübsche Wohnquartiere hindurch geführt. Schlussendlich landete ich aber auf dem Highway, denn es gibt nur diesen einen Weg. Bist du schon einmal 35-40km auf einer Strasse gefahren, welche sich nie nach links oder rechts krümmt, sondern immer nur geradeaus führt? Ich nicht, aber ich machte das heute! Auf einer Landkarte sieht man ja, dass es geradeaus geht, aber man denkt sich nichts dabei. Auch mit dem Auto fährt man diese Gerade einfach. Wenn man aber mit dem Fahrrad diese Strecke machen muss, dabei auch noch meist mit Gegenwind belastet wird, ist das dann aber eine sehr, sehr lange Strecke.

35-40km geradeaus….
Die Mitte der Längengrade von Kanada passierte ich heute auch

Nach etwa 60km war ich in Richner und dort hatte es eine Tankstelle und zwei Restaurants. Wunderbar! Natürlich musste ich sofort einkehren und etwas essen. Dazu gab es Kaffee. Es ist übrigens so, dass wenn man in einem Restaurant Kaffee bestellt, man immer soviel Kaffee bekommt wie man will. Der Kaffee ist natürlich nicht mit einem Espresso vergleichbar, aber man gewöhnt sich daran.

Mit Gemüse gefülltes Omelett mit Kartoffeln, Tost und Kaffee – lecker

Der Zeltplatz erschien dann beim 72. Kilometer. Ausser ein paar wenigen Wohnwagen war ich der Einzige mit einem Zelt. Das passierte mir eigentlich bis jetzt nur so, denn so früh im Jahr zeltet man doch nicht! Es war absolut nichts los hier, kein Restaurant war offen, nichts! Trotzdem kostete mich der Spass 35$. Das fand ich dann doch schon sehr happig. Nur so als Vergleich: Für ein Airbnb zahle ich in der Regel in einer Stadt maximal so gegen 25$.

Der Zeltplatz – wunderschön, aber alleine sehr einsam
Im Bärengebiet soll man nie am gleichen Ort kochen und zelten. Meine Esswaren habe ich über Nacht im WC deponiert
Reiseintopf

Ich kochte mir einen Reiseintopf und verkroch mich danach ziemlich rasch ins Zelt, denn draussen war es rein von der Temperatur her sehr ungemütlich. Ich glaube, um halb zehn Uhr schief ich schon.

Mein Zeltinneres von Fuss nach Kopf gesehen. Meine diversen Kleider, verpackt in Organisationstaschen, dienen mir als Kopfkissen

 

Tagesstrecke
[km]
Tageshöhe
[m]
min. Temp.
[°C]
Zeit unterwegs
[h]
71.979364:34:51
Gesamtstrecke
[km]
Gesamthöhe
[m]
max. Temp.
[°C]
ø-Geschw. in Bewegung
[km/h]
1216.7670861517.30

 

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