29. April 2019 – Banff (Ruhetag)

So langsam aber sicher habe ich hier im Hostel in Banff einen geregelten Tagesablauf. Um halb 9 Uhr aufstehen und anschliessend gemütlich das Morgenessen einnehmen. Danach habe ich Energie gezogen. Energie ziehen ist so in etwa eine geführte Meditation und es geht darum, das eigene Leben sehr wirksam zu beeinflussen. Diese Meditationen sind sehr effektiv und wunderschön. Ich kann jeweils völlig abschalten.

Gegen 11 Uhr ziehe ich mich ziemlich warm an und gehe nach draussen. Das Wetter ist ziemlich durchzogen, einmal sonnig und kurze Zeit später schneit es wieder. Ich möchte den Tunnel Mountain Trail ablaufen. Das ist ein Weg, welcher ausserhalb von Banff rund um einen Hügel geht. Ich starte, indem ich zuerst etwa einen knappen Kilometer leicht den Hügel hochlaufe. Dort steht eine Tafel mit verschiedenen Hinweisen zu den Tieren, welche dort leben. Bei dieser Tafel laufe ich etwa 10m in den Wald hinein und stehe unmittelbar neben einer Gruppe deer’s. Diese Tiere sind grösser wie die, welche ich gestern gesehen habe. Hier in Kanada wird immer nur von deer’s gesprochen, ich weiss aber nicht, ob es Rehe oder Hirsche sind. Ein Geweih hatte keines der Tiere.

Mit einer Ausnahme sind alle Augen auf mich gerichtet
Dieses Deer hatte sicher eine Kopfhöhe von 2m

Danach lief ich weiter in den Wald hinein. Von hinten kam dann ein Einheimischer. Ich fragte ihn nach dem korrekten Weg. Er meinte dann nur, dass alle Wege hier wieder zusammenführen würden und dass ich sicher nicht verloren gehen könne. Aber, und das bewog mich zur Umkehr, er trug einen Bärenspray mit sich. Ich habe ja auch einen solchen in Vancouver gekauft, aber ich lies ihn in meinem Zimmer und da hilft er mir nicht wirklich! Eine Mitbewohnerin, welche übrigens heute das Nachbardorf Canmore besucht hatte, erzählte mir, dass sie mitten im Dorf im Park einen Bären gesehen habe. Dieser stand keine 20m von ihr entfernt. Auf eine solche Begegnung warte ich noch, allerdings muss ich sie nicht alleine im Wald haben…..

Wie ich ja gestern geschrieben hatte, faszinieren mich diese ewig langen Güterzüge. Ich lief also heute zum Bahnhof, welcher ständig besetzt ist, wo aber nichts läuft. Auf meine Frage, wann dann der nächste Güterzug kommen werde antwortete mir die Dame höflich, dass es da keinen fixen Fahrplan gebe und dass das Zufall sei. Das hat sie wörtlich so gesagt und ich war definitiv erstaunt über ihre Antwort. Vermutlich käme ein solcher Zug in etwa 30 Minuten, meinte sie. So setzte ich mich ins Wartezimmer und wartete und wartete. Nach etwa 50 Minuten hatte ich die Faxen dicke und lief aus dem Wartezimmer. Dabei habe ich aber bemerkt, dass ein Signal draussen auf grün statt rot gestellt war und dann ging es keine Minute mehr, bis ich den Zug hupen hörte. Sofort eilte ich also ans Gleis um zu fotografieren und um die Wagen zu zählen. Zuerst kamen zwei mächtige Lokomotiven. Mit mächtig meine ich, dass die Lokomotiven, aber auch die Wagen wesentlich höher sind wie bei uns in Europa. Die Züge fahren auch alle mit Diesel und nicht mit Strom. Ich begann also zu zählen. Da die Züge nur etwa mit 50-60km/h fahren (geschätzt) geht das gut. Nach dem 70. Wagen erschient wieder eine Lok. Schlussendlich zählte ich 110 Güterwagen und drei Loks. Bei einer mittleren Länge von 22m (ich habe dort stehende Wagen abgeschritten) ergibt dies eine Zugs-Gesamtlänge von knapp 2.5km. Ob das jetzt ein langer oder kurzer Zug war, mag ich nicht beurteilen, imposant ist es aber allemal.

Sehr eindrücklich

Nun war ich durchfroren und darum gönnte ich mir einen wunderbaren Cappuccino mit meinem Lieblingsgebäck. Den Rest des Nachmittags habe ich mit lesen, Sudoku machen und nochmals meditieren verbracht. Abends, als ich für das Nachtessen wieder ins Städtchen lief, schneite es wieder ziemlich heftig und so war ich froh, nach dem Essen schnell wieder ins Warme zu gelangen.

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