3. Juli 2019 – Goderich

Ich schlief sehr gut letzte Nacht. Mein Host Christine hatte mich am Vorabend noch gewarnt, dass ihre Kinder nicht so ruhig sein würden, davon merkte ich aber nichts. Ich sprach dann Christine darauf an und teilte ihr mit, dass ich bis 9 Uhr geschlafen und ihre Kinder nicht gehört hätte. Sie teilte mir dann schmunzelnd mit, dass ihre Kinder auch so lange geschlafen hätten. Damit war alles klar.

Meine Gastfamilie stammt übrigens aus Thailand. Christine und ihr Mann sind seit 2011 in Kanada. Sie spricht ziemlich gut Englisch, wenn auch mit starkem Akzent. Ihn verstehe ich äusserst schlecht und darum weiss ich auch bis jetzt nicht, wie er heisst. Sie haben zwei süsse kleine Mädchen, eines ist vier, das andere zwei Jahre alt.

Der Leuchtturm versteckt sich auf einer kleinen Anhöhe hinter Bäumen
Fast schon kitschig

Heute Nachmittag nach meiner Rückkehr von der Stadt fragte mich Christine, ob ich ein Dessert probieren möchte. So etwas muss man mich natürlich nicht fragen und ich war gespannt, was sie mir offerieren würde. Sie holte dann aus dem Kühlschrank eine thailändische Spezialität. Den Namen kenne ich nicht. Ich möchte diese Spezialität etwa wie folgt beschreiben:

  • Von der Farbe her ähnlich wie Gurkensalat, also hellgrün
  • Das ganze schwamm in einer milchähnlichen Flüssigkeit
  • Es hatte etwas drin, was wie Nudeln aussah und auch ähnlich zu essen war
  • Es schwammen darin auch noch ganz viele grün-transparente Kügelchen. Diese Kügelchen waren etwa 3mm gross und stammen von einer getrockneten Frucht (sie hatte mir die Packung gezeigt)
  • Auf jeden Fall schmeckte es ziemlich süss und war lecker
Am Meer oder an einem See?
Unendliche Weite

Später kam dann noch der Mann von Christine und fragte mich, ob ich ein Bier mit ihm trinken möchte. Auch das schlug ich nicht ab und so setzten wir uns auf die Veranda. Wie schon erwähnt, war sein Englisch für mich nicht so gut verständlich und darum war das Gespräch relativ schwierig für mich. Ich erfuhr aber, dass er seit Anfang Monat nur noch drei Minuten vom Haus weg in einer Metall verarbeitenden Firma arbeitet (er geht trotzdem mit seinem Pickup arbeiten….), dass sein Haus (in dem ich jetzt wohne) $415’000 gekostet hatte und dass er gerne wieder zurück nach Thailand möchte. Dies jedoch erst, wenn seine Mädchen grösser seien.

Natürlich ass und trank ich nicht den ganzen Tag! So gegen elf Uhr lief ich Richtung Downtown bzw. Richtung Hafen. Goderich hat, im Gegensatz zu vielen anderen Städtchen, so etwas ein Zentrum. In diesem Zentrum steht das Gerichtsgebäude. Rings um das Gebäude gibt es Wiesen, Bäume und viele Bänke. Sternförmig führen dann acht Strassen zu diesem Ring. An diesem Ring hat es jede Menge Läden und ein paar Restaurant. Viel los war in diesem Bereich allerdings nicht.

Darum lief ich dann weiter Richtung Hafen. Goderich ist eine Salzminen-Stadt mit knapp 8000 Einwohnern. Das Salzbergwerk liegt 550m unter der Erdoberfläche und zählt weltweit zu den Grössten. Das Salz dient hauptsächlich als Streusalz. Goderich wurde 2011 von einem Tornado der Stärke F3 (die Skala geht bis F12) heimgesucht. Dieser Tornado war so stark, dass Häuser abgedeckt, uralte Bäume entwurzelt und Autos herumgeschleudert wurden. Heute sieht man davon nichts mehr, nur ein Denkmal erinnert noch daran.

Salztransport
Ein riesiger Schwimmbagger. Die Unterkante des Steuerhauses ist etwa 3m über Boden

Der Industriehafen grenzt, nur unterbrochen von einer Quai-Mauer und einem Wasserlauf, direkt an den Badestrand. Der Badestrand ist hübsch und es tummelten sich ziemlich viele Leute dort. Im Industrieteil konnte ich beobachten, wie die Zufahrtsrinne ausgebaggert und Salz herum transportiert wurde.

Übersicht über den Hafen
Das könnte auch ein Meeresstrand sein
Der Badestrand. Ein paar wenige habe ich auch im Wasser gesehen. Mir war es definitiv zu kalt (weniger als 20°C)

Eine Antwort auf „3. Juli 2019 – Goderich“

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