30. Mai 2019 – Kenora-Winnipeg

Ich erwachte heute erst gegen 9 Uhr! Nach einer Dusche lief ich ins Tim Hortons um zu frühstücken. Auf halbem Weg dorthin, ich war kurz vor der Hauptstrasse aber noch in den Häusern, hörte ich es hinter mir rascheln. Ein Reh mit seinem Kitz eilte nur etwa 10m neben mir vorbei. Die Rehmutter musste dann über den Zaun in einen Garten gehüpft sein, das Rehkitz konnte das natürlich noch nicht. Es versuchte dann irgendwo durch zu schlüpfen, das gelang ihm aber nicht, obwohl es noch sehr klein war. Auf dem Nachhauseweg hatte ich die beiden nicht mehr gesehen, ich gehe davon aus, dass die Mutter wieder aus dem Garten zurück gehüpft war. Das Kitz war wirklich süss!

Die Mutter steht im Garten vor dem roten Häuschen, das Kitz rechts im Bild unter dem Baum vor dem Zaun
Mama, was machst du dort?

Gegen Mittag konnte ich dann meinen Mietwagen abholen. Ich fuhr wieder zurück zur Unterkunft und lud mein Gepäck auf. Es kam mir wirklich komisch vor, das Fahrrad hier zu lassen. Aber ich weiss es in guten Händen und mir hatte es über zehn Jahre treu gedient. In meine Anhängerschachtel verpackte ich übrigens alle die Dinge, welche mit velofahren zu tun haben. Eventuell brauche ich sie nochmals und darum wird die Schachtel auch nicht geschlossen. Auf einmal hat es aber in meiner Tasche so viel Platz! Ich glaube, ich muss meinen Kleidervorrat ein wenig aufstocken und aus meinen zwei T-Shirts ein paar mehr machen.

So sah die Strecke auch heute aus

Dann hiess es abfahren, denn ich hatte etwa 220km vor mir. Auch hier war das teilweise ein wenig emotional für mich, denn ich kannte die Strecke ja noch sehr gut, nur eben aus Fahrradsicht und in umgekehrter Richtung. Ich wusste noch genau, wo ich überall anhielt und wie mir damals zu Mute war. Aber ich durfte auch anerkennend feststellen, dass das doch eine gewisse Leistung war, vor allem mental.

Gegen 16 Uhr kam ich dann vor meinem Airbnb in Winnipeg an. Leider war die Unterkunft vom letzten Mal zur Zeit der Buchung nicht mehr frei und so buchte ich an einem anderen zentralen Ort. Der Preis ist in etwa der Gleiche, allerdings ist diese Unterkunft nicht wirklich toll. Das Zimmer ist sauber, allerdings kann man das Fenster nicht öffnen und darum ist es so richtig stickig im Zimmer. Die Gemeinschaftsräume (Bad und Küche) lassen aber schon sehr zu wünschen übrig. Ich werde hier auf jeden Fall nicht selber kochen. Das ist eigentlich das erste Mal, dass ich bei Airbnb einen Missgriff gemacht habe. Inzwischen stellte ich dann fest, dass das Airbnb vom letzten Mal für die kommenden vier Nächte wieder frei ist. Ich werde also eine Nacht hier verbringen wo ich eigentlich nicht unbedingt sein möchte und dann für die restlichen vier Nächte wechseln.

Das war meine erste äthiopische Mahlzeit – lecker!

So gegen 19 Uhr lief ich ein paar hundert Meter und kehrte in einem äthiopischen Restaurant ein. Wenn ich ehrlich bin, weiss ich nicht ganz genau was ich gegessen hatte, denn alles konnte ich nicht übersetzen. Das Gericht wurde auf einem Fladenbrot (injera) serviert. Nebst dem was man als Gemüse erkennen kann, ist das eine sicher etwas mit Linsen (ich glaube das ganz links auf dem Bild). Das gelbe Mus sind glaube ich Karotten (Irrtum vorbehalten), den Rest kannte ich nicht. Dieses vegetarische Gericht war aber äusserst lecker, kam als grosse Portion und war mit 15$ inkl. Wasser und Trinkgeld sehr günstig!

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