7./8. September 2019 – Halifax

Wie von den Wetterdiensten angekündigt, war das Wetter am früheren Samstagmorgen noch ganz OK. Darum lief ich um halb neun Uhr in Richtung Downtown. Dort musste ich feststellen, dass nahezu alle Restaurants sowie die Einkaufszentren geschlossen waren und es auch den ganzen Tag blieben. So kehrte ich wieder um und stellte mich bei der einzigen Bäckerei in der näheren Umgebung, welche offen war, in die Schlange. Diese Schlange reichte bis weit hinaus auf die Strasse. Es kam mir ein wenig vor wie in einem schlechten Film.

Am späteren Morgen setzte dann der Regen ein. Am Anfang war dies nur leichter Regen. Auch der Wind blies noch nicht sehr stark. Allerdings fiel um 10 Uhr das erste Mal der Strom aus, wenn auch nur für 10 Minuten. Der Regen und der Wind wurden dann immer stärker und stärker. Ausserhalb von schützenden Wänden und Dächern hielt sich nur noch auf, wer wirklich musste. Um 14:30 Uhr fiel dann der Strom ein zweites Mal aus und dieses Mal für länger, sehr viel länger. Der Wind pfiff um alle Ecken und durch jede mögliche Ritze im Haus und es wurde immer dunkler. Irgendwann wurden dann Kerzen geholt. Die Zeit vertrieben wir uns mit lesen (wer einen e-Book Reader hatte war klar im Vorteil), plaudern und Karten spielen. Und natürlich musste man sich warmes Essen vorstellen. Aber ich habe ja immer noch einen Vorrat an Nussriegeln bei mir.

Dieser Hurrikan hier in Nova Scotia war übrigens nur ein Hurrikane der Stufe 1. Wenn ich mir vorstelle, dass andere Menschen den gleichen Sturm in Stufe 5 erlebt hatten, bin ich mehr als nur dankbar.

Samstagabend um etwa 20 Uhr waren wir im Auge des Sturm. Das heisst, dass der Wind nur noch schwach war. Losgelegt hat dann der zweite Teil des Sturms vermutlich 2-3 Stunden später, aber da schlief ich schon.

Knapp am Kirchlein vorbei
Aufräumen ist angesagt

Am Sonntagmorgen wurden wir von der Sonne begrüsst. Ebenso wollte der Wind natürlich auch noch mitreden. Dies tat er dann auch den ganzen Tag noch. Ich machte einen kleinen Spaziergang in der Stadt. Es lagen sehr viele Äste und Blätter herum und manchmal war es auch ein ganzer Baum. Auch ein Hochbaukran überlebte den Sturm nicht. Zum Glück gab es keine Verletzten! Hier ist der Film dazu!

Und dann endlich, nach knapp 30 Stunden Stromunterbruch, wurden wir heute Sonntag kurz nach 19 Uhr wieder mit Strom versorgt! Man merkt erst was einem fehlt, wenn man es so lange nicht mehr hat!

Diesem Star gefällt es in der Sonne auch besser wie im Sturm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.