8. August 2019 – Rivière-du-Loup – Rimouski

Ich führe, nebst diesem Blog, ein separates Tagebuch und darin musste ich nachschauen, wann ich das letzte Mal einen Regentag erleben konnte. Es war der 24. Juni 2019 und an diesem Tag sah ich den ersten Elch in freier Wildnis in meinem Leben. Auch heute sah ich Tiere, welche ich, mindestens in diesen Ferien, noch nie vorher gesehen hatte. Dazu aber später!

Schon morgens um neun Uhr, als ich aufstand, weinte der Himmel, jedoch bei sehr angenehmen Temperaturen. Nach meinem Morgenessen packte ich meine Utensilien zusammen und verstaute sie im Auto. Gegen halb elf Uhr fuhr ich dann los in Richtung Nord-Osten, immer schön dem Ufer des St. Lorenz Stromes entlang. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Landschaft ändert. Eventuell lag es aber auch am Regen, welcher den ganzen Tag über anhielt und einmal stärker und dann wieder schwächer war und natürlich die Farben veränderte. Ich für mich finde die Natur so sehr reizvoll.

Der Übergang von Himmel zu Wasser ist fast nicht zu sehen
Grosse Weiten, teilweise leicht hügelig
Viele der Felder zum Wasser hin sind nicht bewirtschaftet, vermutlich weil sie einfach zu sumpfig sind

Nach etwa 40km traf ich im Städtchen Trois-Pistoles ein. Ich fuhr bewusst durch das Dorf mit etwa 4’000 Einwohnern. Nicht weil ich speziell etwas suchte, sondern einfach, weil es dort sicher mehr zu sehen geben würde wie auf der Umfahrungsstrasse. So traf ich dann mitten im Städtchen auf die katholische Kirche „Notre Dame des Neiges“ mit ihrem markanten Kirchturm. Diese Kirche wurde 1855/1856 erbaut. Auch diese Kirche besitzt übrigens ein silbernes Dach. Weil mir diese Art Dächer schon sehr oft auffiel, habe ich mich in einem Kanada-Forum schlau gemacht. Die Dächer sind mit Weissblech gedeckt und danach silbern gestrichen. Weissblech ist übrigens das gleiche Blech, wie es für Dosen verwendet wird.
Nachdem ich am Eingang bei einer jungen, hübschen Lady $5 für die Renovation bezahlt hatte und somit mindestens ihren Segen hatte, durfte ich die Kirche betreten. Vom Stil her gefiel sie mir nicht (die Kirche, nicht die Lady…), aber imposant war sie mit ihrer Grösse alleweil. Eigentlich erstaunlich eine solche grosse Kirche in einem eher kleinen Städtchen!

Die Kirche von Trois-Pistoles
Das Kirchenschiff
Der Altarraum
Blick Richtung Ausgang und Orgel

Nach diesem Besuch steuerte ich mein nächstes Ziel an, den Bic Nationalpark. Wenn ich mir am Vorabend Gedanken mache, wie ich mein nächstes Airbnb ansteuere, lasse ich mich sehr oft von meiner Intuition leiten und meist kommt das dann sehr gut. Natürlich schaue ich auf Google Maps noch etwas genauer und natürlich hat etwas mit Wasser Vorrang. So war das auch bei diesem Park. Hier kam aber noch der Zufall (wenn es denn so etwas überhaupt gibt…) zu Hilfe. In meinem Zimmer in Rivières-du-Loup lagen nämlich ganz viele Prospekte und du wirst es nicht glauben, auch eines von diesem Park ;-))! Was ich dann in diesem Prospekt sah, bestärkte mich in meinem Vorhaben, diesen Park zu besuchen. Es sollte sich lohnen!

Meine flüchtige Begrüssung im Bic Nationalpark

Es gibt in diesem Park ganz grob gesagt drei Halbinseln. Die südlichste besuchte ich nicht, ich begann gleich mit der mittleren. Hier kommt man auch an, wenn man durch den Haupteingang fährt und eine geringe Gebühr bezahlt. Hier steht dann auch ein kleines Cafe. In diesem Teil lief ich bei teilweise strömendem Regen eine kurze Strecke ab. Die Natur war wunderschön und wunderbar ruhig. Wäre das Wetter schön gewesen, würde man gemäss Auskunft eine ziemlich gute Aussicht haben. Nach dieser Mini-Wanderung stärkte ich mich mit einem Kaffee und einem Gebäck.

Der mittlere Teil bei Ebbe
Irgendwo im mittleren Teil
Wunderschöne Farbkombination
Im mittleren Teil
Warten auf Sonne?
Eine der vielen Buchten

Danach steuerte ich die nördliche und für mich interessante Halbinsel an, denn gemäss Park-Plan sollte es hier Seehunde geben. Nachdem ich mein Auto parkiert hatte, musste ich einen wirklich steilen Weg hinunterlaufen und traf dort am Strand auf einen Unterstand, in welchem schon ziemlich viele Leute standen und in welchem eine Frau vom Park den Leuten etwas über Seehunde erzählte. Es standen dort auch Feldstecher auf Stativen für die Besucher zur Verfügung. Allerdings waren diese gar nicht notwendig, denn man sah die Tiere von blossem Auge. Es gibt hier in dieser Bucht eine Population von etwa 200 Tieren und gezählt wurden heute 24 Tiere. Zudem gibt es hier zwei verschiedene Arten: Die Seehunde (die, welche ich gesehen und fotografiert habe) sowie die Kegelrobben. So viel habe ich aus den Erklärungen der französisch sprechenden Dame verstanden. Englisch konnte sie kaum und eine in dieser Sprache an sie gerichtete Frage musste ich mit Französisch aufpeppen. Das tönte lustig, aber wir verstanden uns. Da es zur Zeit meiner Beobachtung relativ stark regnete, sind die Fotos nur bedingt gut.

Sie lassen sich vom Regen nicht stören
Soll ich auf die linke oder rechte Seite liegen?
Die Seehunde-Bucht

Nach diesem schönen Erlebnis fuhr ich dann nach Rimouski zu meinem Airbnb. Diese Stadt wird übrigens von knapp 50’000 Einwohner bewohnt. Der St. Lorenz Strom weist hier schon eine Breite von deutlich über 40km auf. Ich werde hier nur eine Nacht verbringen, denn von so grossen Ortschaften habe ich momentan genug. Noch etwas: Das Wasser ist hier übrigens bereits leicht salzig, ich habe es probiert.
Das Beitragsbild wurde übrigens an der Promenade von Rimouski aufgenommen!

Autostrecke: 115km

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.